Unsere Familie wird komplett!

Bereits seit fast zwei Wochen hat sich Babygirl spürbar bemerkbar gemacht. Ich habe immer wieder Wehen – mal mehr, mal weniger. Aber nichts, was auf einen tatsächlichen Geburtsbeginn schließen lässt. Also mussten wir warten… Ach ja, mal wieder!

Am errechneten Geburtstermin ist das Warten allerdings -theoretisch- vorbei. Denn übertragen soll ich aufgrund meines vorhergehenden Kaiserschnittes nicht. Aber die Rechnung haben wir erstmal ohne die anderen Damen und ihren Babys gemacht, die aktuell noch alle Kreißsäale des Krankenhauses besetzen. Somit heißt es für uns auch am ET noch immer: warten!

Um 23.00 Uhr kommt der Anruf: wir dürfen ins Krankenhaus. Also vielmehr, dank Corona, ICH darf ins Krankenhaus. Papa darf lediglich als Chauffeur einspringen. Denn im Krankenhaus sind Männer erst ab aktivem Geburtsbeginn erlaubt. 

Was folgt sind eine Einleitung trotz eines relativ unreifen Geburtsstandes. Ihren Unmut darüber lässt mich Babygirl auch spüren, denn sie ist so gar nicht auf “geboren werden” eingestellt und lässt ihre Mama sich 33 Stunden durch die Wehen quälen, ohne auch nur einen erwähnenswerten Schritt näher an die nächste Geburtsphase zu rücken. 

Irgendwann verlange ich zum gefühlt 100sten Mal nach der PDA, die mir nun auch endlich gewährt wird… Ein Segen! Ich liebe die modere Medizin für diese Möglichkeit. 

Sofort macht sich ein erleichterndes Gefühl in mir breit – schmerzfrei, wundervoll!

Das tolle Gefühl währt nur leider nicht lang. Denn leider scheine ich zu Wiederholungen zu neigen und so kommen nach gefühlt 10 Minuten die Ärzte zurück und teilen mir mit, dass Babygirl es ihrem Bruder gleich tun wird und als Kaiserschnitt geboren werden wird. 

Ich bin enttäuscht! Auf einen Kaiserschnitt an sich war ich irgendwie eingestellt, aber ernsthaft nach 33 Stunden Wehen?! Darauf hätte ich auch verzichten können…

Im OP geht es dann alles ganz schnell. Nach wenigen Minuten höre ich mein kleines Babygirl schreien wie eine kleine Krähe.

Dieser Ton rührt mich zu Tränen, ohne dass ich unser Wunder gesehen habe. 

Nach der kinderärztlichen Untersuchung wird sie meinem Mann in den Arm gelegt. Hier liegt sie bei uns die gesamte restliche OP. Sie ist sehr aktiv und munter, betrachtet alles sehr genau und schläft keine Sekunde ein. 

Nach der Operation dürfen wir alle drei im Kreißsaal in Ruhe kuscheln. Ich bin völlig verliebt in dieses unglaublich kleine und bezaubernde Geschöpf in meinen Armen. 

Unser langer, steiniger, emotionaler und teils sehr schwere Weg hat hier uns jetzt sein Ziel erreicht: ich halte mein zweites Kind in den Armen. 

Ich könnte nicht glücklicher sein!!!

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Bald erhältlich!

Das Buch zum Blog krebsfroh:

"Mamma-Karzinom"