Kontrolle & Humangenetik die Zweite

Genetik

Diese Woche standen wieder einige Arztbesuche an. 

Die Woche beginnt mit einem erneuten Besuch im Krankenhaus. Dieses Mal nicht in der Schwangerschaftsambulanz, sondern in der Humangenetik.

Wie komme ich plötzlich dorthin?

Bei der Vorbesprechung für die Entbindung stand aufgrund der langen Beckenendlage wieder ein Kaiserschnitt im Raum. In diesem Fall ein geplanter. Also kam erneut die Überlegung auf, ob man nicht direkt mit dem Kaiserschnitt die Eierstockentfernung verbinden sollte. Nach ein paar Worten der Ärztin zu der Thematik war ich schon äußerst skeptisch: man müsse als Ausgleich für das “Abstellen” des Östrogens, dieses Hormon wieder extern einnehmen. In der Sekunde war mir klar: nicht mit mir. Ich lasse mir nicht die Eierstöcke direkt im Anschluss an eine Schwangerschaft entfernen (also von 150 auf 0 was Hormone betrifft), um dann wieder Östrogene als Pille zu schlucken. 

Dennoch höre ich mir die Beratung gerne an, denn aufgrund meiner Genmutation steht die Eierstockentfernung definitiv in den kommenden Jahren auf der Agenda. 

Und weil es in München so wundervoll viele Spezialisten gibt, vermittelt mir die Ärztin für diese Woche einen Termin in der Humangenetik des Krankenhauses, in der inzwischen auch der Professor arbeitet, der damals in einem anderen Krankenhaus meine Genetik erstellt und mit mir besprochen hatte … wie praktisch!

Beim Termin muss ich keine Minute warten. Der Professor wird von einer jungen Ärztin begleitet. Wir steigen thematisch sofort ein. Das Fazit des Gespräches ist ziemlich eindeutig: 

BRCA2 ist deutlich weniger aggressiv, als BRCA1. Auch das Risiko für Eierstockkrebs ist geringer. Der Professor erklärt mir, dass das Erkrankungsalter trotz Mutation inzwischen deutlich über 50 liegt. Na da habe ich ja noch etwas Luft…

Außerdem sei es durchaus relevant, dass in meiner ganzen Familie noch kein einziger Fall von Eierstockkrebs verzeichnet worden ist. Es werden also nicht pauschal Brust – und Eierstockkrebsrisiko aufgrund des Gens vermischt, sondern die beiden Erkrankungen werden gesondert in ihrem Vorkommen betrachtet. Das wusste ich so bislang noch nicht. Wir sind nämlich eindeutig eine “Brustkrebsfamilie”. 

Somit sieht der Professor keine Notwendigkeit, die Eierstöcke zum einen direkt nach der Schwangerschaft und zum anderen bereits mit 37 Jahren zu entfernen. Er spricht sogar von einem Alter von 45 Jahren. Das sind doch mal gute Nachrichten. 

Als nächstes steht der Nachsorgetermin in der Onkologie an. Auch hier wird erneut absolut nichts auffälliges gefunden. Kurz, aber sehr gut!

Der letzte Termin der Woche ist wieder ein Ultraschall bei der Frauenärztin. Dies ist bereits der letzte Termin vor der Geburt bei meiner Ärztin. Denn ab sofort wechselt sie sich mit der Kontrolle durch die Praxishebamme ab und zu meinem nächsten Arzttermin hat sie Urlaub. 

Heute machen wir nochmal Krebsnachsorge und somit Brustultraschall – kein Befund. So kann es weitergehen!

Babygirl hat ebenfalls eine Überraschung für uns parat: Sie liegt mit dem Köpfchen unten. Das läuft mit ihr ja wie am Schnürrchen. Einer natürlichen Geburt steht (erstmal) nichts mehr im Wege! Dafür lässt sie sich heute leider nicht fotografieren. Aber bald kann ich sie schließlich persönlich betrachten. Der Countdown läuft. 

Was für eine erfolgreiche Woche!

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Bald erhältlich!

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