Anmeldung im Krankenhaus

Krankenhausanmeldung

Corona zum Trotz findet bereits diese Woche die Anmeldung im Krankenhaus statt – eigentlich noch ziemlich früh. Dafür wieder coronakonform ohne Papa. 

Der Weg zum Krankenhaus dauert etwa 25 Minuten. Es ist nicht das nächstgelegene, aber die Uniklinik mit Kinderchirugie für den Notfall. Das war uns schon bei Junior wichtig, so dass auch er in diesem Krankenhaus geboren ist. Das hat den eindeutigen Vorteil, dass meine Akte bereits mit allen Vorkommnissen bei Junior’s Geburt vorliegt. 

Obwohl sehr viel los ist, komme ich wirklich schnell an die Reihe. Am Telefon wird gerade wohl eine Mama in spe abgewiesen, da alle Termine für die Geburtsanmeldung in diesem Krankenhaus schon voll sind. Zum Glück gehörte ich bei dieser Aktion zum frühen Vogel …

Als erstes geht es zur Hebamme. Sie ist sehr jung und sehr nett. Wir plaudern ein wenig, nicht zuletzt natürlich wegen der Vorgeschichte mit meinem Brustkrebs. Sie sagt, sie erleben leider häufig Fälle von auch Schwangeren mit Brustkrebs. Allerdings ist sie erfreut, mit mir heute auch eine positive Geschichte “danach” zu erleben. Das sei wohl deutlich seltener. 

Zwei große Themen habe ich zu diesem Termin mitgebracht: zum einen wie es mit dem (ab-)stillen und der Milch abläuft, da ich aufgrund meiner beidseitigen Mastektomie nicht stillen kann. Auf Wunsch kann ich auch nach der Geburt Tabletten gegen den Milcheinschuss bekommen. 

Zum anderen das inzwischen schon bekannte Thema eines Kaiserschnittes, da Babygirl schließlich genau wie ihr Bruder gemütlich seit Monaten in Beckenendlage verweilt. 

Zum Thema “Stillen” kann mich die Hebamme direkt aufklären: Ich könne entweder meine eigene Milch(marke) mitbringen oder die aus dem Krankenhaus füttern. Beides wird direkt nach der Geburt erwärmt und Babygirl kann sofort loslegen. Sehr schön, wir hatten uns nämlich schon eine bestimmte Marke ausgesucht, die auch Junior bekam. 

Zum Thema Kaiserschnitt vertröstet sie mich auf den anschließenden Ultraschall und das Gespräch mit der Ärztin. 

Im Anschluss gibt es noch 30 Minuten CTG und einiges an Papierkram. 

Nach einer wiederum kurzen Wartezeit werde ich zum Ultraschall gebeten. Die Ärztin ist wieder sehr jung und ebenfalls sehr nett. Bei Junior hatten wir an dieser Stelle den wohl schweigsarmsten Arzt des Krankenhauses erwischt. Bezüglich ärztlicher Untersuchungen bevorzuge ich jedoch eindeutig den redseligen Typen. Heute habe ich Glück. Die Ärztin kommentiert alles, was sie tut. 

Der Ultraschall wird ähnlich intensiv durchgeführt, wie der dritte große Ultraschall. Dementsprechend dauert er auch seine Zeit. Alles in Ordnung plus die Überraschung des Tages: Babygirl hat sich mit dem Kopf nach unten gelegt. Mir fehlen nach dieser Information die Worte. Ich bin so fest auf die Beckenendlage und den darauffolgend notwendigen Kaiserschnitt eingestellt, dass ich kurz sprachlos werde. 

Im anschließenden Gespräch mit der Ärztin fehlen mir also etwas die Themen. Dennoch besprechen wir alle “was wäre wenn”, somit auch die Option Kaiserschnitt sehr detailliert. Einen unverbindlichen Termin legen wir ebenfalls fest. 

Nach allen Formalitäten spricht sie noch ein prekäres Thema an, das ich in diesem Moment gar nicht auf dem Schirm habe: Bei einem (geplanten) Kaiserschnitt bestünde die Möglichkeit gleich zur Verhütung die Eileiter zu durchtrennen. In meinem Fall wäre die abgewandelte (radikalere) Option das Thema: Die Entfernung der Eierstöcke

Die Idee ist ja generell nicht neu: sowohl ich, als auch meine Onkologin hatten schon mit dieser Art der “Doppeloperation” geliebäugelt. Also lasse ich mich aufklären. Die Ärztin möchte das Thema aber nochmal mit ihrer Oberärztin abklären, da es doch sehr speziell ist. Die ist nur leider nicht zu erreichen und wir warten. Das Ende vom Lied ist, dass die Oberärztin gerade im OP ist und eine andere Kollegin nur soviel zum Thema sagen kann, dass bei dem Abfall der Hormone von “Schwangerschaft” auf “Wechseljahre” immer im Anschluss Hormone äußerlich zugeführt werden. 

Das reicht mir persönlich an Information bereits: abgelehnt. Hormone zu mir nehmen tue ich nach meiner Erkrankung definitiv nicht. Dann warte ich lieber mit der OP ab, bis ich wieder auf ein natürliches Maß an Hormonen abgesunken bin und nehme erstmal wieder einige Zeit Tamoxifen

Dennoch möchte die Ärztin, dass ich umfassend aufgeklärt werde und verspricht, mich nocheinmal anzurufen. 

Da auch die Anästhesie bereits im OP ist, kann ich auch hier die Formalien heute nicht mehr erledigen (eine Einwilligung zur PDA oder Narkose für die eventuelle Notwendigkeit während der Geburt muss im Vorfeld unterschrieben werden).

Nach fast 3 Stunden verlasse ich das Krankenhaus. 

Kurz darauf bekomme ich einen Anruf aus der Klinik: ich soll kommende Woche zur genauen Besprechung in die Genetik kommen. Der Termin findet bei einer äußerst renommierten und international bekannten Ärztin statt. Diese Beratung deluxe lasse ich mir in keinem Fall entgehen. 

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