Eine Woche: Zweierlei Ultraschall

25.SSW

Heute steht mal wieder Baby-TV auf dem Programm. Das ist natürlich nur der emotionale Teil. Vielmehr ist es wieder eine wichtige Vorsorgeuntersuchung, die ansteht. Unglaublich, dass ich schon im siebten Monat angekommen bin.

Heute heißt es Zeit mitbringen bei meiner Frauenärztin. Denn der routinemäßige Zuckertest steht an. Es soll abgeklärt werden, ob mein Blutzucker erhöht ist und somit das Risiko einer Schwangerschaftsdiabetes besteht.

Also heißt es als erstes einen Becher voller Zuckerwasser trinken, dann eine Stunden warten und Blut abnehmen.

Zwischendrin wird mir allerdings nicht langweilig, da auch das erste mal ein CTG geschrieben wird und ich die Herztöne von Babygirl hören darf.

Bei der Ärztin bin ich heute auch schnell dran.
Wir werfen einen Blick auf das wieder mal fröhlich tanzende Babygirl. Bei Einsetzen des Ultraschalls erwischen wir sie sogar sitzend in meinem Bauch- wie auch immer ich mir das genau vorstellen kann.

Heute liegt sie in Beckenendlage, also mit den Füßen nach unten. Ihr großer Bruder fand damals diese Stellung so dermaßen bequem, dass er sich seit dem sechsten Monat nicht einen Tag mehr anderes hingelegt hatte.
Babygirl scheint da doch kreativer zu sein. Sie liegt fast jedes mal anders.

Alle Messungen und Beobachtungen liegen im perfekten Normbereich. Nichts anderes hätte ich erwartet, wo die kleine Lady doch keinen Tag vergehen lässt, an dem sie nicht durch wildes strampeln daran erinnern würde, dass sie da ist.

Der Termin ist daher relativ schnell beendet. Mit dem Foto aus dem Bauch für Papa und Bruder im Gepäck wird noch schnell das Blut für den Zuckertest angekommen und schon bin ich auf dem Weg nach Hause.

Der nächste Tag…
Heute steht ein weiterer wichtiger Arzttermin im Kalender. Seit längerer Zeit – und das erste Mal in der Schwangerschaft- gehe ich ins Brustzentrum, um die Nachsorge mit einem Brustultraschall zu komplettieren.

Auch wenn ich mir absolut keine Sorgen mache, bin ich doch sehr nervös und aufgeregt vor dem Termin. Von meinem Arzt habe ich eine sehr hohe Meinung. Er hatte mir damals die Diagnose mitteilen müssen und mich hat empathisch und vor allem medizinisch äußerst kompetent durch die Behandlung begleitet.

Für seine Leistung meiner beidseitigen Mastektomie mit gleichzeitigem Wiederaufbau mit Silikon werde ich heute noch regelmäßig beglückwünscht. Er hat wirklich tolle Arbeit geleistet. Ich vertraue ihm sehr.

Da er als einer der besten seines Faches gilt, ist die Wartezeit in seiner Praxis regelmäßig lang. Das nehme ich in Kauf, denn wenn er sagt ‘Alles ist gut’ , dann IST alles gut. So zum Glück auch heute!

Er beteuert, er hätte nichts anderes erwartet. Ganz so entspannt wie er war ich dennoch im Vorfeld nicht. Zumal ich in demselben Raum untersucht werde, in dem damals die Stanzbiopsie gemacht wurde.

Aber heute ist eben alles anders: keinerlei Krebsdiagnose, sondern nur kurzes Geplänkel über meine Schwangerschaft und eben das erleichternde: alles ist gut.

Erleichtert fahre ich nach Hause und informiere gleichzeitig meinen Mann über die guten Nachrichten.

Doch ich bin noch nicht zu Hause angekommen, da klingelt mein Telefon: meine Frauenärztin ist dran- die zweite Baustelle.

Der Zuckertest sei leider auffällig gewesen. Das sei aktuell noch keine Diagnose einer Schwangerschafsdiabetes, aber Ende der Woche müsste ich noch einmal für den großen Zuckertest kommen.

Mit zweierlei Gefühlen komme ich nach Hause. Erleichterung und Sorge mischen sich. So ist das wohl, wenn man schwanger und gleichzeitig ehemalige Krebspatientin ist. Die beiden Bereiche sind einfach zu wichtig, als dass das eine das andere aufwiegen kann.

Zum Glück keine Krebssorgen, aber Babysorgen sind auch nicht schön.

Ich wäre nicht ich, wenn ich mich nicht sofort über den Umstand der Schwangerschaftsdiabetes informieren würde.
Sie trifft wohl 4 von 10 Schwangeren, lässt sich in der Regel bereits über die Ernährung gut behandeln und geht in den allermeisten Fällen nach der Schwangerschaft gleich wieder weg.

Doch eine Information stößt mir sauer auf: denn über die Hälfte der Frauen, die in der Schwangerschaft einen Diabetes entwickeln, bekommen in den folgenden zehn Jahren auch einen “echten” Diabetes.

Das fände ich so gar nicht lustig. Also fasse ich kurzum den Beschluss – unabhängig vom ausstehenden Ergebnis des Zuckertests- meinen Zuckerkonsum dauerhaft zu minimieren.

Super Timing, denke ich mir, in der Woche vom ersten Advent..

Zudem muss ich gestehen, dass Zucker mein einziges Laster ist. Ich trinke keinen Alkohol, trinke nur Hafermilch, esse außerhalb der Schwangerschaft kein Fleisch, rauche nicht und bewege mich regelmäßig und relativ viel.

Nur Schokolade kann ich eben nicht widerstehen. Hilft nichts… die Natur ist der Chef. Wenn mein Körper sagt, es ist zu viel Zucker, dann höre ich darauf und reduziere auch trotz anstehendem Weihnachtsfest meinen Zuckerkonsum.

Ich muss es damit in den kommenden Wochen auch noch nicht übertreiben. Das Plätzchen backen werde ich Junior zumindest nicht versagen.

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