2. Ultraschall

baby ultra

Heute steht wieder ein großer und aufregender Termin im Kalender: Der 2. Große Ultraschall mit Babygirl. Und da wir ja mitten in Corona stecken, erfordern besondere Umstände eben auch besondere Umgangsweise. Soll heißen: Mein Mann darf zum allerersten Mal seine Tochter live betrachten! Wegen Corona sind Männer in den Praxen, bzw. bei den Vorsorgeuntersuchungen nicht erlaubt. Zu viele wartende Damen hätten sich schon über die “unnötigen Männer im Wartezimemr” beklagt. Verzicht ist ja momentan leider unser aller Devise, aber schön ist das für einen werdenden Vater natürlich nicht.


Meine wundervolle Frauenärztin erlaubt daher unter Einhaltung aller strengen Hygienevorschriften, dass der Papa in Spe an den großen Ultraschalluntersuchungen teilnehmen darf! Sie ist einfach phantastisch.

Also war mein geliebter Mann schon seit einigen Tagen sehr nervös und vorfreudig, sein Babygirl heute kennenlernen zu dürfen. Ich persönlich freue mich ja ohnehin – wie wohl jede werdende Mama- über alle Dinge, die ich von der Kleinen sehen und bestaunen kann. Also kurz abgewartet bis der heißgeliebte Babysitter-Opa zuhause eintrifft und ab zum Arzt. Der Tag ist sonnig und recht warm – das muss also ein gutes Zeichen sein!


Die obligatorische Wartezeit vergeht und der obligatorische Becher Urin ist wie immer in bester Ordnung. Ein Picks steht heute mal nicht auf dem Programm. Nicht, dass ich diesen Umstand bedauern würde…

Es geht los…

Endlich sind wir an der Reihe, ich kläre noch ein paar angesammelte Fragen, wie Osteophatie und die Bescheinigung für meinen Arbeitgeber. Dann kommt der schöne Teil. Pünktlich hierzu trifft mein Mann ein – denn im Wartezimmer darf er nicht mit mir warten, da sind die anderen Damen weiterhin streng.


Dann geht es los. “Babyfernsehen” – nein eben dies nicht. Darüber unterhalten wir uns mit der Ärztin auch. Denn ab 2021 sind diese Shows gesetzlich verboten. Meine Ärztin grenzt nachvollziehbarer Weise eine ärztliche Untersuchung zum Ausschluss von Fehlbildungen etc. klar vom “Babyfernsehen” als Event ab. Recht hat sie, ich freue mich trotzdem auf den intensiven Ultraschall.


Endlich geht es los. Als erstes klären wir nochmal das Geschlecht: eindeutig ein Mädchen! Durch den NIPT sind wir diesbezüglich ja bereits seit Wochen auf der sicheren Seite. Ansonsten wäre meine stark rosa-lastige Garderobe in Größe 50/56 auch zu einem kleinen Problem geworden. Aber es ist und bleibt unser Babygirl- Fehlinterpretation ausgeschlossen.


Als erstes wird die Lady gründlich vermessen. Alles sieht sehr gut aus. Ihre langen Beine fallen aus- mal wieder, denn diese Diagnose bekam Junior auch schon früh in der Schwangerschaft. Gibt definitiv schlimmeres, vor allem für ein Mädchen!


Dann arbeiten wir uns langsam zum Gesicht vor. Die Werte sind alle prima und meine Ärztin wiederholt mehrfach, wie gut alles aussieht und dass diese und jene Fehlbildung oder Krankheit nahezu ausgeschlossen werden kann. So möchte sie das haben, betont sie immer und immer wieder. Was wollen Mama und Papa mehr? Glückseeligkeit macht sich breit. Besonders bei Papa, der schon ziemlich sentimental wird, als er Babygirl da in meinem Bauch fröhlich rumtanzen und mit den Armen wedeln sieht. Der Höhepunkt der Emotionalität ist natürlich der abschließende 4-D Ultraschall, bei dem man deutlich die Gesichtszüge unseres Wunders erkennen kann. “Vielleicht hat sie MEINE Nase”, traue ich mich zu interpretieren. Das wäre uns beiden recht… Ansonsten kann man bereits jetzt nicht mehr leugnen, dass sie eindeutig unserer Familie entsprungen ist. Der Bruder dürfte vermutlich später auch leicht zuordenbar sein.


Ein weiteres Highlight, das Babygirl heute in ihrer Show präsentiert ist ein frontaler Blick auf ihren kleinen Fuß. Praktisch ein Fußabdruck im Ultraschall – zum Dahinschmelzen.

Corona und die Schwangerschaft

Beflügelt von den tollen Ergebnissen der Untersuchung und den wunderschönen Bildern unseres Wunders, müssen wir kurz noch ein leidiges Thema besprechen: Corona. Die Zahlen schießen in den letzten Tagen ins Unermessliche. Diese Woche arbeite ich ausnahmsweise im Homeoffice. Mein Urlaub vorm Mutterschutz beginnt aber erst im Dezember – nichts da. Damit ist meine Ärztin nicht d’arrcord: Wenn Home Office möglich ist, soll ich in jedem Fall bis zum Urlaubsbeginn zu Hause arbeiten. Das Immunsystem von Schwangeren fährt sich natürlicherweise runter, damit der eigene Körper das Baby nicht als Eindringling missinterpretiert. Und unnötige Risiken mag meine Ärztin gar nicht. Vor allem, weil sie der Meinung ist, das meine Schwangerschaft eine ganz besondere sein – wie sehr ich in diesem Punkt mit ihr übereinstimme!!!


Also informiere ich später meinen Chef und der ist einverstanden. Somit verbringe ich meine restlichen Arbeitstage also am Büro- oder Küchentisch zu Hause. Ist mir auch ganz recht, weil ich im Schnitt eine Stunde Fahrtweg mit dem Auto zurücklege und das so früh morgens, dass die Sonne sich erst lange nach meiner Ankunft im Büro blicken lässt. Dabei hatte ich in den letzten Tagen zugegeben ein recht mulmiges Gefühl. Insbesondere da meine Augen sich seit der Chemo nicht mehr so gut wie vorher an Dunkelheit anpassen können. Auch mein Mann ist sichtlich erleichtert.


Zuhause betrachtet Opi die Bilder des jüngsten Familienmitgliedes und ist ganz aus dem Häuschen.


Was für ein gelungener Tag.

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