Halbzeit

Schwangerschaft

20. Schwangerschaftswoche. Wie die Zeit vergeht.


Es gibt Frauen, die es lieben schwanger zu sein. Bei Junior vor 4 Jahren war ich definitiv keine von ihnen. Heute kann ich diese Frauen zumindest verstehen. Es geht mir hervorragend. Unzählige Male werde ich gefragt: “Na, wie geht es dir und Babygirl?” Nicht nur als Floskel, sondern aufrichtig. Wenn ich dann mit meiner Standardantwort “hervorragend” innerhalb eines Wortes mein Gegenüber komplett aus der Bahn werfe, habe ich beinahe jedes Mal das brennende Bedürfnis mich noch irgendwie zu rechtfertigen… Tja, so ist das! Wirklich rechtfertigen – dafür, dass es mir so hervorragend geht. Das Gegenüber kennt in der Regel meine Vorgeschichte und fragt ja eben gerade deshalb auch aufrichtig.

Ich denke, als Antwort wird mit allem gerechnet. Nur nicht mit schlichten 12 Buchstaben, die ein “gut” noch um einiges übertreffen.
Um also das betretende Schweigen irgendwie aufzulösen, füge ich dann noch Dinge hinzu, wie: “Am Anfang war ich ziemlich müde!” oder “Ich hoffe, dass es so bleibt”. 


Aber eigentlich sind diese Anhänge in meinen Augen überflüssig: Es geht mir hervorragend PUNKT – dem ist nichts hinzuzufügen. Denn ich möchte mir keine Schwangerschaftskomplikationen ausdenken, um der Erwartung der Anderen zu entsprechen.

Ich selber werde mir bei jedem einzelnen dieser Gespräche immer wieder bewusst, was für ein Wunder gerade in meinem Leben stattfindet. Ein Wunder, das über das Wunder des Lebens in mir hinausgeht. Ich empfinde meine Schwangerschaft mit meinem so sehr ersehnten Babygirl besonders in diesen Momenten als eine Wiedergutmachung des Lebens an mich. Als wollte das Leben mir sagen: “Es tut mir leid, was du alles durchmachen musstest. Als Ausgleich erfülle ich dir aber jetzt deinen größten Wunsch und das auch noch ganz unkompliziert. Gelitten hast du bereits mehr als genug!”

Dieses Wunder darf ich nun bereits seit 20 Wochen jeden Tag empfinden. Jeder einzelne Tag gibt mir das Gefühl, mich richtig entschieden zu haben. und Babygirl wächst und gedeiht, wie ich es mir besser nicht wünschen könnte!

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