Vorsorge Baby/Nachsorgetermin Krebs

Heute steht die nächste Vorsorgeuntersuchung an. So weit ist das nichts besonderes in der Schwangerschaft.

Bei mir steht allerdings gleichzeitig ein weiterer wichtiger Termin im Kalender: meine Nachsorge (brav alle drei Monate und DMP nicht vergessen). Meine Frauenärztin begrüßt mich einfühlsam, wie jedes Mal seit ich sie kenne. Sie fragt mich mal ein weiteres Mal, in welcher Reihenfolge wir es angehen wollen. Wie letztes Mal – Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Soll heißen: erst der Krebs, dann das Babygirl. Gesagt, getan. Als erstes bittet sie mich, meinen Oberkörper frei zu machen und die Arme auszustrecken: die klassische “Brustkrebs- Abtast-Haltung”. Entgegen jeglicher medizinischer Ratschläge beichte ich ihr etwas kleinlaut, dass ich meine Brust momentan versuche, so wenig wie möglich zu berühren. Ein regelmäßiges Abtasten wird von mir also kategorisch ausgeblendet. Anstatt Rüge, bekomme ich von ihr wieder ein Mal eine volle Ladung Verständnis: ” Das ist völlig ok, das machen wir beide hier zusammen!”

Der Grund für meine partielle Feigheit liegt wohl jeder Mutter auf der Hand: Während der Schwangerschaft verändert sich die Brust – ständig, immer und meist schmerzhaft! In meinem Fall zieht die Stelle, an der mein Tumor sich sein Zuhause eingerichtet hatte besonders. Also möchte ich in diesem Fall von meinem Recht aif Nicht-Wissen gebrauch machen. Schließlich lernt man ja aus der Vergangenheit: zu oft habe ich in den letzten 4 Jahren leicht bis mega panisch auf einen Arzttermin gewartet, weil ich “irgendetwas” gefühlt und ertastet habe. Jedes Mal Fehlalarm – das gehört wohl zum Alltag einer (Brust-)krebspatientin und jeder Fehlalarm löst ebenfalls eine ganze Latte an Erleichterungsgefühlen aus! Dennoch kann ich auf diese Achterbahnfahrt der Gefühle in meinem aktuellen “Umstand” getrost verzichten. Also: kein tasten, keine panischen Selbstdiagnosen, die bis hin zu einem mittelschweren Nervenzusammenbruch zu führen vermögen.

Für heute jedenfalls alles richtig gemacht: nichts zu ertasten, nichts im Ultraschall – schnell noch die Eierstöcke überprüfen. Alles in bester Ordnung!

Dann endlich zur Kür für heute: Babygirl! Babygirl macht das gleiche, wie die letzen Male: sie chillt. Sie lässt sich bereitwillig von zwei schaulustigen Müttern bestaunen, sie hat lässig die Arme über den Kopf geschlagen und es scheint ihr genauso gut zu gehen, wie ihrer Mama. Als Highlight bekomme ich beute sogar ein 3D Bild von der Lady zu sehen und zum mitnehmen für Daddy.

Was für ein schöner Tag. Babygirl und ich gehen zufrieden nach Hause und berichten Daddy und Junior die guten Nachrichten.

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Bald erhältlich!

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"Mamma-Karzinom"