Stress

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Stress wird nicht erst seit Neustem immer wieder in Zusammenhang mit diversen Erkrankungen gebracht. 

Bezüglich einer Krebserkrankung scheint inzwischen festzustehen, dass Stress allein sicherlich keinen Tumor hervorbringt. 

Jedoch ist es wie mit vielen anderen belastenden Themen: 

Stress kann durchaus einen negativen Einfluss auf die Entstehung einer Krebserkrankung haben. Diese Schlussfolgerung entsteht durch den direkten Zusammenhang zwischen Stress und dem Immunsystem. 

Stress ist etwas sehr subjektives. 

Sobald ein Mensch eine Situation als „stressig“ empfindet, produziert der Körper diverse Stresshormone: Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol. Diese sorgen umgehend dafür, dass in diesem Moment weniger wichtige Körperfunktionen ihre Arbeit herabsetzen, um dem Körper mehr Kapazitäten für die Stress verursachende Situation bereitstellen zu können. 

Stress bewirkt also den Anstieg des Blutdrucks und der Muskeldurchblutung, die Produktion von Blutzucker und die Absenkung der Verdauungstätigkeit. 

Eine Stressreaktion verändert das Immunsystem

Das Immunsystem verfügt über verschiedene Zellformen von weißen Blutkörperchen. Diese sind normalerweise in der Lage, den Körper gegen externe Eindringlinge und auch mutierte eigene Zellen zu verteidigen. 

Desweiteren teilt sich das Immunsystem in eine „unspezifische Abwehr“(Killerzellen, kleine und große Fresszellen) und eine „spezifische Abwehr“ (T-Zellen, die über eine stärkere Spezifizierung verfügen). 

Das Immunsystem reagiert auf Stress in zwei verschiedenen Varianten:

Bei kurzfristigem Stress wird die unspezifische Abwehr gestärkt und die spezifische Abwehr heruntergefahren. 

Bei Dauerstress wird hingegen sowohl die spezifische, als auch die unspezifische Immunabwehr geschwächt.

Die Körperreaktionen bei Stress laufen in verschiedenen Phasen ab

 1. In der Vorphase („Schrecksekunde“) fährt der Körper alle Stoffwechselvorgänge umgehend herunter.  

2. Es folgt eine Alarmphase, in der alle verfügbare Energie im Körper mobilisiert wird. 

3. Die Handlungsphase dürfte selbsterklärend sein. 

4. Während die letzte Phase -die Erholungsphase– diejenige ist, die für den heutigen Menschen zum Problem werden kann, da sie im alltäglichen Stress oftmals nicht ausgeführt wird: der Körper erholt sich vom Stress und baut hierbei seinen Hormonspiegel wieder ab.

Diese umfangreiche, ausgeklügelte Stressreaktion des Körpers rührt noch aus der Zeit des Säbelzahntigers. Als Stress in der Regel ausgelöst wurde, wenn beim Beerensammeln plötzlich ein hungriger Gast mit Reißzähnen im Gebüsch lauerte. 

In dieser Situation war es für den Höhlenmenschen durchaus sinnvoll, nicht plötzlich den Drang zu verspüren, seinen Darm zu entleeren. Vielmehr benötigte er seine Energie, um zu überleben: kämpfen oder fliehen. Bei beidem halfen ihm die durch Stress ausgelösten Körperreaktionen. 

Der entscheidende Faktor ist jedoch, dass er sich durch den Kampf oder seine Flucht körperlich verausgabte. Somit folgte im Anschluss zwingend die Erholungsphase.

Anders ist es, wenn im modernen Menschen Stress ausgelöst wird

Dieser Stress hat eher selten eine nervenaufreibende Verfolgungsjagd oder einen körperlich intensiven Kampf zur Folge. Vielmehr jagt heute eine subjektiv empfundene Stresssituation die nächste. Was hingegen fehlt, sobald subjektiver Stress durch zu hohe Arbeitsbelastung oder Zeitdruck ausgelöst wurde, ist die Entspannung zwischen diesen einzelnen Situationen.  

Bei immer wieder kehrendem Stress stellt der Körper wichtige Körperfunktionen zurück und versucht immer wieder all seine Energie auf den Stressverursacher zu richten. 

In der Folge wird der ehemals kurzfristige Stress zum Dauerstress und die gesamte Immunabwehr bleibt geschwächt. 

 Genau hierin liegt –man mag es schon ahnen– das gesundheitliche Problem im Zusammenhang zwischen Stress und einer Erkrankung wie Krebs. 

Dauerstress belastet das Immunsystem, wodurch beispielsweise die T-Zellen über weniger Kapazitäten verfügen, um einzelne, mutierte Zellen zu beseitigen. 

Die natürliche Krebsabwehr wird also durch Stress reduziert. 

Stress kann also –neben einer Vielzahl anderer komplexer Zusammenhänge– durchaus an der Krebsentstehung beteiligt sein. 

Die wichtigste Erkenntnis hieraus leitet sich für mich deutlich ab

Da Stress immer eine subjektiv empfundene Reaktion ist, ist es uns Menschen im Umkehrschluss ebenso möglich, eine als Stress empfundene Situation neu zu bewerten, um so eine folgende Stressreaktion unseres Körpers abzuwenden.  

Sobald ich mir diese Zusammenhänge verdeutlicht hatte, habe ich begonnen, Entspannungsphasen in meinem Alltag eine höhere Priorität einzuräumen. 

Insbesondere in meinem Leben als junge Mutter ist Stress vorprogrammiert. Da ich jedoch einer Rückkehr des Krebses so wenig Spielraum wie möglich lassen möchte, lege ich besonders großen Wert auf Erholungsphasen. 

Selbstverständlich ist es in der modernen Welt nicht mehr möglich, nach jeder einzelnen stressigen Situation ein Schläfchen zu machen, oder nach einem stressigen Termin im Büro seine Yoga-Matte auszubreiten, um für Entspannung zu sorgen. 

Dennoch achte ich inzwischen bewusst darauf, mehrmals in der Woche für mich entspannenden Tätigkeiten nachzugehen. Auch Sport hilft an dieser Stelle sehr gut. Der anschließende Saunagang tut in diesem Zusammenhang sein Übriges. 

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