Alles in Ordnung? Der Pränataltest NIPT


Heute steht eine besondere Untersuchung an: Der NIPT, also der Nicht-invasive Pränatal-Test.


Dieser Test ist eine Eigenleistung und wird somit von den Krankenkassen nicht finanziert. Ganz günstig ist er mit rund 500 Euro ebenfalls nicht. 

 

Wieso also das Ganze?


Beim NIPT können vor allem diverse Trisonomien, also Gendefekte erkannt werden. Natürlich liefern die Ergebnisse auch hier nur Wahrscheinlichkeiten und können nicht absolut interpretiert werden.


Wer diesen Test also für sich als sinnvoll oder notwendig empfindet, muss diese Entscheidung individuell treffen. Man sollte sich allerdings auch der Tatsache bewusst sein, dass ein “negatives” Ergebnis in der Regel auch eine Entscheidung oder zumindest eine intensive Auseinandersetzung mit dem Risiko nach sich zieht.


Wir hatten diesen Test bereits bei Junior gemacht. Es war zum Glück alles in Ordnung und wir mussten uns keine weiterführenden Gedanken machen.

In meiner aktuellen Schwangerschaft hatte mir allerdings auch meine Frauenärztin dazu geraten, den NIPT machen zu lassen, um mögliche Schäden am Baby möglichst ausschließen zu können.


Ich musste dazu nicht lange überredet werden und habe bereits in der 8. Schwangerschaftswoche einen Termin ausgemacht. Dieser findet in der Regel um die 12. SSW statt.


Das kleine Highlight bei dem Test ist, dass auch das Geschlecht mit 100 prozentiger Sicherheit bestimmt werden kann. Das dürfen die Ärzte aber nach deutschem Gesetz erst in der 15.SSW den Eltern mitteilen.
Der perfide Grund hierfür ist, dass zu diesem Zeitpunkt eine Abtreibung “ohne Grund” nicht mehr möglich ist. Man möchte mit dem Gesetz also vermeiden, dass ein Kind aufgrund des “falschen” Geschlechtes abgetrieben wird. Eine gruselige Vorstellung, wenn man mich fragt. Das Eltern hierzu anscheinend in der Lage sind. Und das auch noch so häufig, dass es ein Gesetz dazu geben muss…


Schade für uns, dann müssen wir uns diesbezüglich noch etwas gedulden.

Heute findet also der Termin statt. Hierfür muss ich in eine Frauenarztpraxis fahren, die sich auf Pränatalmedizin spezialisiert hat. Zu meinem Glück konnte meine Frauenärztin mir direkt eine gute Kollegin empfehlen.

 

Leider muss ich diesen Termin wieder einmal coronabedingt alleine wahrnehmen.


Die äußerst nette Arzthelferin fragt erst einmal diverse Gesundheitsdaten ab. Natürlich kommt auch meine Brustkrebserkrankung in den Anamnesebogen.
Kurz darauf werde ich zur Ärztin hereingerufen.


Sie macht einen äußerst kompetenten Eindruck auf mich und obwohl ich den NIPT eigentlich bereits bei Junior habe machen lassen, erfahre ich von ihr Dinge, die für mich komplett neue Informationen darstellen.
So klärt sie mich insbesondere über die Wichtigkeit des Ultraschalls in Verbindung mit dem Bluttest auf. Damals bei Junior wurde mir nur Blut abgenommen und ich bekam ein Ergebnis.


Diese Ärztin sieht darin maximal die Hälfte der Leistung. Der Ultraschall könne durch diverse Vermessungen, Berechnungen und bildlichen Analysen bereits eine Vielzahl an Fehlbildungen ausschließen, bzw. erkennen. Insbesondere das natürlich geschulte Auge einer spezialisierten Pränatalärztin komplettiert diese Interpretationen.


Ich fühle mich bei der Ärztin in äußerst guten Händen und nach einem langen Aufklärungsgespräch, begeben wir uns zum ca 30 Minütigen Ultraschall.


Es ist phänomenal dem Baby so lange Zeit bei seinen akrobatischen Turnübungen in meinem Bauch zusehen zu dürfen. Ich vermisse meinen Mann. Das wäre auch ein wundervolles Erlebnis für ihn.


Das Bällchen in meinem Bauch fühlt sich pudelwohl und die Ärztin kann auch nur positives am Bällchen erkennen. Es liegt zudem in perfekter Position und lässt sich bereitwillig von uns vermessen und bestaunen.
Ich bin jetzt schon unendlich verliebt in dieses wundervolle Wesen in mir.

Der Ultraschall ist bereits nach 20 Minuten beendet, da die Ärztin alles perfekt sehen und vermessen konnte. Es scheint alles in bester Ordnung und wie sie mir logisch erklärt, ist das Risiko des Babys für Fehlbildungen aktuell bereits um einiges geringer, als zu dem Zeitpunkt als ich die Praxis betrat.
Welche Mama hört das nicht gern?!


Auf das Ergebnis des Bluttests muss ich noch einige Tage warten.

 

08.09.2020


Abends spricht mir die Ärztin auf die Mailbox: alles bestens. Keine Auffälligkeiten am Bällchen festzustellen! Sehr gut, das wollten wir hören.


Ab Freitag darf ich mich bei ihr melden und nach dem Geschlecht fragen.

Es ist kein Geheimnis, dass mein Mann und ich uns ein Mädchen wünschen! Es bleibt spannend…

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