Meditation

Meditation

Die ursprünglich fernöstliche Praktik der Meditation ist heutzutage auch bei uns durchaus salonfähig. Es gab Zeiten, da war es sogar „in“ regelmäßig zu meditieren. Die zahlreichen Anhänger der Meditation schreiben ihr eine Vielzahl an positiven Einflüssen auf die Gesundheit zu. 

Als Entspannungsmethode und zum Stressabbau hat sich die ursprünglich buddhistisch religiöse Praktik längst auch in der westlichen Welt durchgesetzt. Ein bisschen Ruhe tanken und seine Gedanken an sich vorbeiziehen lassen, soll den dauergestressten Europäer beinahe genauso zur inneren Balance bringen, wie es die praktizierenden Mönche vermögen. 

Das habe ich nun etwas salopp formuliert, meine es jedoch keineswegs ironisch. Vielmehr gibt es eine Vielzahl an Studien die belegen, dass regelmäßige Meditation mehr kann als nur Ruhe spenden: von Stressreduktion über eine verbesserte Schlafqualität, bis hin zur Aktivierung von Selbstheilungskräften, wodurch der Körper in seiner natürlichen Heilung effizient unterstützt werden soll ist die Rede. 

Ich wüsste zu gern, wie weit verbreitet Krebserkrankungen unter buddhistischen Mönchen sind. Leider gibt es hierüber keinerlei Studien oder Informationen. Irgendwie verständlich, denn die Fragestellung ist doch sehr speziell. Mich würde der Zusammenhang einzig vor dem Hintergrund interessieren, dass buddhistisch praktizierende Mönche den Großteil ihres Tages mit Meditation verbringen. Können sie hierdurch tatsächlich ihre inneren Selbstheilungskräfte mobilisieren und erkranken daher seltener (an Krebs)? Das wäre für mich ein durchaus interessanter Forschungsansatz. Auch wenn diese spezielle Fragestellung nicht geklärt werden kann, gibt es dennoch eine Menge Studien zum Thema Meditation. 

Nachweislich verändert regelmäßige Meditation das Gehirn. So nimmt durch regelmäßige Meditation die Dichte der grauen Zellen im Hippocampus zu. Dieser wichtige Teil des Gehirns kann sich durch chronischen Stress verkleinern. Dies ist beispielsweise bei Depressionen der Fall. 

Zudem soll die regelmäßige Achtsamkeit die körpereigene Gesundheitspolizei unterstützen. Dass der Körper über Selbstheilungskräfte verfügt, ist denke ich unbestritten: wenn ich mir in den Finger schneide benötigt mein Körper keinerlei Hilfsmittel, um die Wunde zu „verarzten“. Er blutet eventuellen Schmutz heraus, verschließt im Anschluss die offene Wunde provisorisch mit einem Schorf und Tag für Tag repariert er den Schnitt ganz von allein, bis die Stelle wieder völlig ausgeheilt ist.

Aus dieser phänomenalen Kraft des Körpers leiten sich zwei interessante Fragen ab: Wo sind die Grenzen meines Körpers bezüglich seiner Selbstheilung? Und: wie kann ich diese Superkraft des Körpers fördern, bzw. selbst in Gang setzen? Hieran ist die Wissenschaft fleißig am Forschen. Durch eine enge Kooperation zwischen dem Dalai Lama und bekannten Hirnforschern konnten Veränderungen im Gehirn sogar im MRT nachgewiesen werden. 

So einfach meditieren hingegen klingen mag, so schwer ist es tatsächlich umzusetzen.

Es bedarf ironischerweise einer Menge Disziplin, seine Gedanken auszuschalten und sich komplett auf das „Sein“ des Körpers zu fokussieren. Diese schleichenden kleinen Gedanken sind einfach verflucht gewitzt und kommen immer durch irgendwelche kleinen Hintertürchen in den Kopf. Gelingt es dennoch, fühlt man einen regelrechten Engergieboost. Der Körper schreit förmlich danach, die frei werdende Energie auszuleben. 

In welchem Ausmaß das Meditieren Selbstheilungskräfte letztlich fördern kann, ist sehr schwer bis unmöglich zu messen. Dennoch kann Meditation insbesondere im stressigen Alltag durchaus für Entspannung sorgen, die wie bereits mehrfach geschildert der Gesundheit nur zuträglich sein kann.

Forscher der Universität South California konnten anhand einer kleinen Studie mit 26 Probanden ihre Annahme bestärken, dass aufgrund von Yoga- und Meditationstechniken sogenannte IL-12 Proteine im Körper zunehmen. Diese sind ein Teil des Immunsystems, der medizinisch nachweisbar in Tumorgewebe eindringen kann und dieses von innen heraus zerstören. Desweiteren weiß man inzwischen, dass diese Proteine Enzyme aktivieren, die DNA reparieren können. Beide Eigenschaften haben somit einen positiven Einfluss im Hinblick auf eine Krebserkrankung. Wenn auch die Studie einige Unklarheiten nicht ausräumen kann, da z.B. die Ernährung der Probanden ebenfalls umgestellt wurde. Dennoch sehen die Forscher in den fernöstlichen Entspannungstechniken durchaus ein Potential für die Gesunderhaltung des Körpers.  

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2014 konnte belegen, dass Tai Chi (=“Meditation in Bewegung“) sowohl das Krebsrisiko selbst, als auch die Gefahr eines Rezidivs senken kann. Die Forscher der University von Kalifornien in Los Angeles hatten herausgefunden, dass Frauen, die innerhalb der vorhergehenden zehn Jahre eine Brustkrebsdiagnose erhielten unter einer dreifach erhöhte Wahrscheinlichkeit für Schlafstörungen leiden. 

Schlafstörungen haben zur Folge, dass das Entzündungsrisiko im Körper sich erhöht. Dieses wiederum steht im direkten Zusammenhang mit dem Risiko für eine Krebserkrankung, bzw. der Erhöhung des Rückkehrrisikos. In einer, zugegeben kleinen Probandengruppe von 90 Patientinnen, kamen die Forscher zu dem Schluss, dass Tau Chi die zellulären Entzündungsreaktionen reduziert. Diese stehen wiederrum im Zusammenhang zur Krebsentstehung, so dass durch Tai Chi auch das Krebs(wiederauftritts-)risiko sinken würde. 

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