Zuzahlungsbefreiuung

Für chronische Erkrankungen -worunter der Krebs fällt- kann bei der Krankenkasse
eine sogenannte “Belastungsgrenze” beantragt werden:


In der Regel muss jeder Versicherte in Deutschland bis zur Höhe von zwei Prozent seines jährlichen Bruttoeinkommens Zuzahlungen für Medikamente, Arztbesuche und Hilfsmittel selber tragen (=Zumutbarkeitsgrenze). 


Sogenannte „chronisch Erkrankte“ müssen im Gesundheitssystem weniger zuzahlen

Als andere Patienten. Als chronisch krank gilt, wer wegen derselben „schwerwiegenden

Krankheit“ in „Dauerbehandlung“ ist.


Dauerbehandlung

Für die Dauer von einem Jahr oder länger, mindestens eine ärztlicher Behandlung pro Quartal, aufgrund derselben Krankheit.

Schwerwiegend chronisch Erkrankte

Es muss neben einer Dauerbehandlung mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt sein:

  • Pflegebedürftig mit Pflegegrad 3
    oder höher
  • Aufgrund der schwerwiegende
    Krankheit ein Grad der Behinderung von mindestens 60
  • Eine kontinuierliche medizinische
    Versorgung ist erforderlich, ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine
    lebensbedrohliche Verschlimmerung der Erkrankung, eine Verminderung der
    Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität zu
    erwarten ist (z.B. ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung,
    Arzneimitteltherapie, Versorgung mit Hilfs- und Heilmitteln)

www.betanet.de/zuzahlungsbefreiung-fuer-chronisch-kranke.html


Die Zuzahlungen werden als “Familienzuzahlungen” berechnet. Es werden also die medizinischen Zuzahlungen aller im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen zusammengerechnet. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Wenn ein Ehepartner beihilfeberechtigt und/oder privat krankenversichert ist, werden seine Zuzahlungen von der gesetzlichen Krankenkasse nicht als „Familienzuzahlung“ anerkannt.


Als Berechnungsgrundlage wird ebenfalls das „Familieneinkommen“ zugrunde gelegt; also
die jährlichen Einnahmen beider Eheleute (oder eingetragenen Partner).

Die Belastungsgrenze eines chronisch Kranken begrenzt die Höhe seiner Zumutbarkeit auf ein Prozent seiner jährlichen Bruttoeinnahmen. Die finanzielle Belastung senkt sich also um die
Hälfte.


Berechnungsbeispiel: Ehepaar mit 2 Kindern

Jährliche Bruttoeinnahmen aller Haushaltsangehörigen: 30.000 €

Abzüglich des fixen Freibetrags zwischen „Ehegatten“: 5.607€  

Abzüglich des fixen Freibetrags für zwei Kinder: 15.240 € (= 2 x 7.620 €)

Zwischensumme: 9.153 €

Zumutbarkeitsgrenze in Höhe von einem Prozent entspricht: 91,53 €


Sobald die Zuzahlungen die Zumutbarkeitsgrenze von 91,53 € im Jahr übersteigen, wird
das Ehepaar von weiteren Zuzahlungen befreit. Falls die Befreiung nachträglich beantragt wird, werden zuviel geleistete Zuzahlungskosten von der Krankenkasse zurückerstattet.


Wichtig an dieser Stelle ist die Nachweisbarkeit der Zuzahlungen. Jede geleistete
Zuzahlung muss für die Krankenkasse durch Quittungen belegt werden: Taxirechnungen,
Medikamentenrechnungen, Kurrechnung und Ähnliches.


Wichtig ist außerdem, dass auf jeder Quittung der Patientenname ausgewiesen ist.



Andernfalls wird eine Zuzahlung zur Kostenberechnung nicht anerkannt. Wir
hatten damals nicht auf allen Rechnungen meinen Namen stehen, weshalb wir dies
im Nachhinein nachholen mussten, was mit unnötigem Stress verbunden war.


Den meisten Krankenkassen genügt es, wenn beispielweise auf den Taxirechnungen mit
Kugelschreiber das Überweisungsdatum notiert ist. Bei Barzahlung sollte unbedingt
eine zusätzliche Quittung verlangt werden. Ein praktischer Tipp in diesem
Zusammenhang ist zudem ein Kundenkonto in der Apotheke des Vertrauens. Auf
diese Weise kann am Ende des Jahres ganz einfach eine Aufstellung erstellt
werden.



Tipp: 

Zur Kontrolle sollten dennoch die einzelnen Kassenbons aufgehoben werden. Insbesondere in der Akutphase wird aufgrund der diversen Medikamente die Nachvollziehbarkeit schnell unübersichtlich. Falls Medikamente in einer anderen Apotheke ausgegeben werden, muss der Apotheker den Patientennamen direkt auf dem Kassenbon ausweisen. Falls dies maschinell nicht
möglich ist, sollte der Apotheker zumindest händisch den Namen vermerken und den
Zettel anschließend abstempeln.

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