Zuzahlungen zur Therapie

Zuzahlungen Krankenkasse

Eine Krebserkrankung ist -neben allem anderen Übel- eine teure Angelegenheit. 

Mehr als einmal war ich in den vergangenen Monaten unsagbar dankbar, zum Zeitpunkt meiner Diagnose in Deutschland zu leben und nicht z.B. in den USA. Wie sehr man sich auch über das deutsche Gesundheitssystem aufregen mag: sobald man von
einer schweren Erkrankung betroffen ist, weiß man schlagartig, wohin die monatlichen
Krankenkassenbeiträge fließen.

Beispielsweise kostet eine einzige Spritze, um die weißen Blutkörperchen aufzupäppeln um die 1.650 Euro. 

Hiervon habe ich acht Stück während der Chemotherapie benötigt, somit beliefen sich die Kosten allein hierfür auf über 13.000 Euro. Eine einzelne Antikörpergabe kostet um die 2.000 Euro. Hiervon sind wiederrum 18 Stück notwendig, was insgesamt 36.000 Euro entspricht. Die beidseitige Mastektomie kostet mit Wiederaufbau etwa 6.200 Euro und die Lymphknotenoperation knapp 3.000 Euro.

Zusammengerechnet ergeben die Operationen somit Kosten von beinahe 10.000 Euro.

Die übrigen Kosten der gesamten Krebstherapie kann man sich anhand dieser beispielhaften
Zahlen vorsichtig hochrechnen.

(Fast) all diese Kosten übernimmt hierzulande die Krankenkasse. Ich stelle mir immer wieder vor, wie es ohne eine Krankenversicherung gewesen wäre? Was gewesen wäre, wenn mein Mann und ich die Kosten hätten selber tragen müssen? Wir wären zum Ende der Therapie bis über beide Ohren verschuldet gewesen und das “nur” um das eigene Überleben zu finanzieren. Ich bin immer wieder unfassbar dankbar, dass dieses Gedankenspiel nur Fiktion ist und uns wenigstens
eine derart immense finanzielle Belastung erspart bleibt. Ich beschwere mich seither nicht mehr über das Gesundheitssystem, das wir in Deutschland genießen dürfen.

Dennoch kommen durchaus Kosten auf die Patientin zu, sobald die Krebstherapie beginnt. 

Zu jedem Chemo-Medikament zahle ich zwischen fünf und zehn Euro aus eigener Tasche. Zu jedem Medikament, das die Nebenwirkung der Chemo in Zaum halten soll, zahle ich meinen Anteil aus eigener Tasche. Für jede Taxifahrt, für jede Packung Tamoxifen, für jede Antikörpergabe, für jede Stunde Haushaltshilfe. Die grundsätzlichen Kosten hierfür werden von den Krankenkassen bezahlt. 

Jedoch muss die Patientin für beinahe alle Behandlungen und Leistungen einen Anteil von mindestens fünf bis maximal zehn Euro aus eigener Tasche zuzahlen. 

Für wen das zunächst nach „Peanuts“ klingen mag, der stellt im Laufe der Therapie schnell fest, dass so häufig fünf Euro zugezahlt werden müssen, dass sich der Betrag ganz schnell auf ein hohes dreistelliges Niveau anhäuft. Diese sogenannten „Zuzahlungen“ läppern sich durch die ständige Einnahme von Medikamenten, die eine langjährige Krebsbehandlung erforderlich macht.

Daher ist es wichtig zu wissen, dass sowohl durch Regelungen der Krankenkassen, als auch durch die Steuererklärung die Höhe dieser Zuzahlungskosten reduziert werden kann. Dennoch wird die Patientin im Vorfeld mehrfach zur Kasse gebeten und bekommt am Ende des Tages, bzw. der Therapie und des Steuerjahres die Summe der Zuzahlungen nicht in voller Höhe zurückerstattet.

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