Haushaltshilfe

Ebenfalls wird durch die Krankenkasse eine sogenannte Haushaltshilfe finanziert. Wie zu
vermuten, entfällt auch hier ein Eigenanteil auf die Patientin. 

Die Haushaltshilfe dient dem Zweck, die Patientin während der Erkrankung in ihren “haushaltlichen Pflichten“ zu entlasten.


Die Dame ist weder eine Putzfrau, noch kocht sie drei warme Mahlzeiten täglich, aber sie konnte mir hier und da einige Aufgaben abnehmen, während ich mich
ausruhen konnte. Sie hat mit meinem Sohn oft lange Spaziergänge gemacht, so
dass ich mich in der Zeit hinlegen konnte. 
 

Allgemein haben gesetzlich Versicherte im Fall einer schweren Erkrankung das Recht auf
eine Haushaltshilfe, sobald zwei Bedingungen erfüllt sind:

1. Die Weiterführung des Haushalts ist aufgrund der Erkrankung nicht möglich.


2. Im Haushalt lebt ein Kind, das bei Beginn der Haushaltshilfeleistung unter zwölf
Jahre alt ist. Im Falle eines behinderten Kindes entfällt diese Altersgrenze.


Zudem stellen die Krankenkassen die Voraussetzung für eine Kostenübernahme, dass
keiner der im Haushalt lebenden Personen tagsüber den Haushalt während der
Krankheit übernehmen kann.


Einige Krankenkassen haben im Rahmen ihrer Zusatzleistung die Altersgrenze der Kinder freiwillig auf 14 Jahre (z.B. Techniker, AOK, hkk), 15 Jahre (Knappschaft) oder gar 16
Jahre (BIG direkt gesund) angehoben.


Wie beantrage ich eine Haushaltshilfe?


Die erste Anlaufstelle auf dem Weg zur Haushaltshilfe ist der behandelnde Arzt. Er weist
den zeitlichen Umfang aus, für den eine Haushaltshilfe im Laufe der Therapie
als notwendig erachtet wird. Die notwendigen Formulare erhält man auf Nachfrage
bei der eigenen Krankenkasse. Der Antrag wird ausgefüllt und unterschrieben an
die Krankenkasse gesendet, bevor eine Genehmigung der Leistung erfolgt.


Falls notwendig, kann in Einzelfällen die Krankenkasse zudem über die ärztlich
angeordnete Regelung hinaus Unterstützung genehmigen. Beispielsweise vor einem
geplanten Krankenhausaufenthalt kann sich der notwendige Umfang ändern, was
frühzeitig mit dem Arzt und der Krankenkasse geklärt werden sollte. Denn oftmals
nimmt die Bewilligung einer Haushaltshilfe einige Zeit in Anspruch.


Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Hilfe in unterschiedlicher Höhe: 

meine Krankenkasse übernahm 9,75 Euro pro Stunde, allerdings maximal 78 Euro pro Tag.
Die Patientin muss hingegen bei allen Kassen Zuzahlung leisten: zehn Prozent
der Kosten. Mindestens fünf, maximal zehn Euro pro Tag.


Übernehmen nahestehende Verwandte (=1. Grades) die Haushaltsführung erstatten viele Kasse
dafür keine Kosten, möglicherweise aber kommt ein Verdienstausfall in Frage,
wenn der Partner einspringt und dafür Urlaub nehmen muss. 

 

So erstattet zum Beispiel die SBK einen Verdienstausfall und Fahrtkosten (maximal 0,20 Euro pro Kilometer) bis zu 103,25 Euro am Tag. Die BIG direkt gesund erstattet bis zu

9,50 Euro pro Stunde (bis zu 76 Euro pro Tag).


Sobald innerhalb der Familie eine weniger nah verwandte Person (=2.Grades) als „Haushaltshilfe“ einspringt, müssen von den Kassen auch hierfür angemessene Kosten übernommen werden. Es kommt jedoch darauf an, in welchem Verwandtschaftsgrad sich der
Helfende zum Erkrankten befindet. Für Verwandte oder Verschwägerte bis zum
zweiten Grad können lediglich Fahrtkosten erstattet werden. Die Hilfe durch
weiter entfernte Verwandte, wie z.B. Tante/ Onkel, Cousine/Cousin wird von
einigen Kassen ähnlich wie eine „externe“ Haushaltshilfe bezahlt.


Die Krux an der genehmigten Haushaltshilfe folgt hingegen erst nach der
Bewilligung: denn die Haushaltshilfe muss auf eigene Faust gesucht werden. Die
Krankenkassen verfügen weder über einen Pool an Kräften, noch bieten sie
Unterstützung bei der Suche. Diesen Faktor haben wir tatsächlich als große
Hürde empfunden. Die gesamte Zeit ist ohnehin sehr belastend, so dass für
organisatorische Dinge wenig Raum bleibt. Die Suche kann sich daher durchaus
als zeitintensiv erweisen.


Oftmals kann man sich an den Sozialdienst wenden, sofern es einen solchen im eigenen
Wohnort gibt. Ist dieser nicht vorhanden, kann auch ein regulärer Pflegedienst
diese Aufgaben übernehmen. Wir hatten Glück, dass die Dame, die über den
Sozialdienst ins Haus kommt noch Kapazitäten frei hatte. Sie kam circa zweimal
im Monat für einige Stunden zu mir, um mich zu entlasten. 


Ein unangenehmes Gefühl war es für mich zugegebenermaßen schon, dass eine fremde
Person mir meinen Haushalt abnehmen soll. Ich war mir jedes Mal sehr unsicher,
mit welchen Aufgaben ich die sehr nette Dame beschäftigen sollte oder darf.
Somit lief es mit der Zeit darauf hinaus, dass sie mich durch die Beschäftigung
mit meinem Sohn sinnvoll entlastete.


www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/leistungen-gesetzliche-krankenkassen/gesetzliche-krankenkassen-besondere-leistungen/haushaltshilfe/

www.geldsparen.de/vorsorge/krankenkasse/krankheit-kassen-gewaehren-haushaltshilfe.php

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