Ein Jahr ist vergangen seit der letzten Chemotherapie

Periode


Das Ende meiner Chemotherapie jährt sich zum ersten Mal. 

Wer nimmt an dieser Feierlichkeit leider nicht teil? 

Meine Monatsblutung. 


Für meine Onkologin bedeutet ihr Ausbleiben inzwischen ein nahezu sicheres Zeichen, dass ich unfruchtbar geworden bin. Für mich bedeutet es das noch lange nicht. Ich habe Vertrauen in meinen Körper und bin mir weiterhin sicher, dass meine Eierstöcke dabei sind, sich ins Leben zurück zu kämpfen.


Am 05.Juni 2018 werden sie es endlich geschafft haben. 

Ich spüre ein Ziehen im Unterbauch. Was folgt ist meine erste Regelblutung seit über zwei Jahren. Weinend falle ich meinem Mann um den Hals und erzähle ihm von den guten Nachrichten: „1“ für mich „0“ für die Statistik der Schulmedizin. Im Folgenden werde ich meine Periode wieder auf den Tag regelmäßig bekommen. Mein Körper hat es geschafft. Der erste und mitunter wichtigste Schritt in Richtung „Kinderwunsch“ ist gegangen. Ich bin überglücklich.


Nach diesem glückseligen Ereignis beginnen mein Mann und ich vermehrt über die Option einer weiteren Schwangerschaft zu sprechen. Könnten wir es wagen, uns trotz meiner Erkrankung den Traum vom zweiten Kind zu erfüllen? Ich sitze natürlich nicht untätig zu Hause , sondern informiere mich wie eine Wahnsinnige im Internet über Risiken und Möglichkeiten. 


Mein Mann und ich sind sehr sicherheitsverliebte Menschen (Nur wohin hat uns das bis jetzt geführt?!) und wollen daher alle Aspekte ganz genau kennen, um uns eine möglichst umfassende, eigene Meinung bilden zu können. Denn ohne Risiko geht eine Schwangerschaft nach Brustkrebs nicht einher. Desweiteren werde weder ich, noch meine Eizellen jünger. Und fünf Jahre Tamoxifen lassen sich nicht verkürzen –glauben wir zumindest zunächst.


Bis ich im Zuge meiner Recherche ich auf eine international angelegte Studie stoße: “POSITIVE” – eine Studie an Brustkrebspatientinnen mit Kinderwunsch, die aufgrund der zeitlichen Komponente die Einnahme von Tamoxifen für eine Schwangerschaft unterbrechen möchten.


Nach Angaben der Schweizer Internetseite www.europadonna.ch umschließt die Studie folgende Parameter: 20 Länder nehmen vertreten durch 150 Onkologie-Zentren teil. Darunter Italien, die Schweiz und Österreich. Wer nicht teil nimmt? Deutschland. Da wir in München wohnen soll uns dieser Umstand nicht von vornherein abhalten –der Weg nach Österreich ist nicht allzu weit. Kurzerhand vereinbaren wir einen Beratungstermin in der Uniklinik Salzburg, um uns über die Studienbedingungen genau zu informieren. Falls die Teilnahme unseren Traum vom zweiten Kind erfüllen kann, nehmen wir gerne einige Stunden im Auto in Kauf.


Seit 2017 gilt als medizinisch erwiesen, dass eine Schwangerschaft im Anschluss an eine fünfjährige Tamoxifeneinnahme die Prognose der Patientin nicht verschlechtert. Die POSITIVE-Studie möchte hingegen eine Unterbrechung nach einen Einnahmezeitraum zwischen eineinhalb bis zweieinhalb Jahren prüfen. 


Zwingend sollte allerdings im Anschluss an die Schwangerschaft die insgesamt fünfjährige Einnahmeperiode vollendet werden.

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