(Nicht) Rauchen

rauchen
Eine Schachtel Zigaretten am Tag bewirkt 150 Veränderungen an jeder einzelnen Lungenzelle! 

Dass Rauchen nicht gesund ist, ist nun wirklich kein Geheimnis. Ebensowenig ist diese Erkenntnis anscheinend für 29 Prozent der Deutschen ein Grund, dieses ungesunde Laster aufzugeben, bzw. zu unterlassen.​ Das unabhängige Informationsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung „rauchfrei-info.de“ unterscheidet unter den deutschen Rauchern Frauen (26 Prozent) von Männern (31 Prozent). Insgesamt entsprechen die deutschen Raucher somit 20 Millionen Menschen.

Ich kann mich selbst nicht freisprechen, als junge Erwachsene beim abendlichen Feiern immer mal wieder zur Zigarette gegriffen zu haben. Eine richtige Raucherin war ich nie.

Heute, nach all meinen Erfahrungen und neuen Erkenntnissen kann ich nicht einen Funken Verständnis mehr für das Rauchen aufbringen. Ich würde nicht für 1.000 Euro nochmal eine Zigarette rauchen. Ebenso wenig kann ich verstehen, wie man sich freiwillig einem so großen Risiko aussetzen kann an Krebs zu erkranken:

Die Deutsche Krebsgesellschaft gibt an, dass im Jahr 2013 insgesamt 121.000 Menschen in Deutschland an den Folgen von Rauchen starben. Das entspricht mehr als 13 Prozent aller Todesfälle in diesem Jahr.

Alles in Allem fordert das Rauchen in Deutschland mehr Todesfälle als Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammen.

Allan Hackshaw vom University College in London konnte herausfinden, dass bereits eine einzige Zigarette am Tag bei Männern das Risiko  um beinahe 50 Prozent und bei Frauen weit mehr als 50 Prozent steigert, eine lebensbedrohliche Erkrankung (Schlaganfall, Herzkrankheiten) zu bekommen.

Es ist allgemein bekannt, dass Rauchen Lungenkrebs verursachen kann (neben weiteren fürchterlichen Krankheiten). Unter fünf Todesfällen infolge von Lungenkrebs befinden sich vier Raucher. Provokant ausgedrückt macht dieses Verhältnis den Lungenkrebs zu einer einigermaßen „fairen“ Krebserkrankung. Denn im Umkehrschluss haben vier von fünf Erkrankten an ihrem eigenen Körper bewusst Raubbau betrieben und sind infolgedessen erkrankt. Sie tragen zumindest eine Teilschuld an ihrer Erkrankung. Umsoweniger kann ich genau diese vier der fünf Menschen verstehen, die im vollen Bewusstsein, eine tödliche Krankheit bedingen zu können, immer und immer wieder dutzende giftige Stoffe in ihren Körper inhalieren.

Ich denke, man kann getrost behaupten, dass in Deutschland jeder, der regelmäßig zur Zigarette greift weiß, dass dies Lungenkrebs begünstigen kann. Man müsste sich einmal ausrechnen, wieviel weniger Fälle von Lungenkrebs es geben würde, wenn niemand rauchen würde.

Weltweit ist Lungenkrebs die häufigste Krebsart!

1,8 Millionen Menschen erkranken weltweit jährlich an Lungenkrebs. Neun von zehn erkrankten Personen sind Raucher. Das entspricht 90 Prozent: über 1,6 Millionen Menschen jedes Jahr! Die Medizin forscht seit Jahrzehnten eifrig nach Möglichkeiten, Krebserkrankungen effektiv vorzubeugen. Es gäbe eine einzige Methode, die auf einen Schlag 1,6 Millionen Krebserkrankungen vorbeugen könnte: durch ein Verbot des Rauchens. Die Schulmedizin würde sich die Finger danach lecken, einen effizienten Schutz vor einer Krebserkrankung zu finden, der jährlich 1,6 Millionen Neuerkrankungen verhindern könnte!

Zu allem Übel besteht bei Lungenkrebs eine sehr schlechte Überlebensprognose, so dass -gemäß des Zentrums für Krebsregisterdaten des Robert Koch Instituts- im Jahr 2014 von den knapp 20.000 erkrankten Frauen (nur Frauen!) über 15.000, also 75 Prozent ihre Erkrankung nicht überlebten. Diese Angabe gilt jedoch lediglich für den Lungenkrebs.

Inzwischen ist bekannt, dass Rauchen nicht nur Lungenkrebs verursachen kann. Darüber hinaus steht Rauchen nachweislich auch im Zusammenhang mit vielen anderen Krebsarten:

Die Deutsche Krebsgesellschaft gibt bekannt, dass durch Rauchen auch Stationen, die der Rauch auf dem Weg in die Lunge passiert (z.B. der Kehlkopf oder der Rachen) vermehrt Krebs ausbilden. Wo dieser Zusammenhang noch leicht durch reine Logik erschließbar ist, begünstigt das Rauchen jedoch auch in zunächst unzusammenhängend erscheinenden Organen die Entwicklung von Krebs. Hierzu gehören Nierenkrebs, Dickdarmkrebs, Knochenmarkkrebs und eben auch Brustkrebs.

Insgesamt werden ein Drittel aller Krebserkrankungen mit dem Rauchen in Verbindung gebracht. Raucher haben ein doppelt so hohes Risiko, an Krebs zu sterben, wie Nichtraucher.

Falls eine Diagnose, wie in meinem Fall der Brustkrebs das Leben erschüttert, ist es nie zu spät etwas an seinem Lebensstil zu ändern und mit dem Rauchen aufzuhören.

Wenn man bereits einmal (erfolgreich) gegen den Krebs gekämpft hat und sich dazu die oben geschilderten Zusammenhänge zum Rauchen ansieht, kann man meines Erachtens nur zu dem Schluss kommen, das Rauchen umgehend aufzugeben und nie wieder rückfällig zu werden.

Leider scheint diese Schlussfolgerung nicht zwangsläufig jede Krebsbetroffene zu ziehen, so dass ich selbst in meinem Umfeld mehr als eine Raucherin kenne, die nach überstandener Krebserkrankung (wieder) raucht.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch nicht das Beispiel des Altkanzlers Helmut Schmidt gelten lassen, der zweifelsfrei eine -nicht gerade vorbildliche- Ausnahme dargestellt hat und trotz Kettenrauchens 96 Jahre alt wurde.

 

Ich argumentiere gern anders herum: würde das Rauchen mit einer 100 prozentigen Sicherheit eine Krebserkrankung nach sich ziehen, würde es vielleicht heute keinen einzigen Raucher mehr in Deutschland geben. Doch wie alles im Leben, ist eben nichts „sicher“. Sowohl im positiven Sinn, als auch im negativen. Wäre das Leben tatsächlich fair, würden fünf von fünf Lungenkrebspatienten Raucher gewesen sein und nicht nur vier.

 

Als Raucher lässt sich immer eine Argumentation finden, die die Schäden, die das Rauchen verursacht, zumindest herunterspielen soll. Zu leugnen ist der direkte Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und dem Rauchen im Jahr 2020 aufgrund allgemeiner wissenschaftlicher Erkenntnisse allerdings nicht mehr.

So muss am Ende des Tages jeder für sich selbst entscheiden, ob er weiter rauchen und seine Gesundheit in Gefahr bringen möchte. Würde man als Raucher auch sechs Euro bezahlen, um regelmäßig einen kleinen Becher von krebserregendem Gift zu trinken? Eine Schachtel Zigaretten tut nichts anderes mit dem eigenen Körper. Ganz zu schweigen von den Kosten. Anstatt Geld für den monatlichen Zigarettenkonsum auszugeben, könnte man dieses Geld in Arbeitszeit umrechnen und somit einige Stunden im Monat weniger arbeiten.

Mein Plädoyer richtet sich dahin, im Zuge einer lebenseinschneidenden und vor allem lebensbedrohlichen Erkrankung wie dem Krebs die Konsequenz zu ziehen und das Rauchen umgehend aufzugeben. Denn man kann sich in meiner Situation durchaus die Frage stellen, wie viele Chancen man meint, vom Leben noch zu bekommen, wenn man bereits einmal eine Krebserkrankung besiegen durfte.

Passivrauchen

Insgesamt enthält Tabakrauch mehr als 5.000 chemische Substanzen. Wenn eine Zigarette geraucht wird, teilt sich dieser Rauch in den tatsächlich inhalierten und in den durch verglühen entstehenden (Passiv-)Rauch. Beide enthalten die gleichen Substanzen. So dass Menschen, die sich im gleichen Raum aufhalten wie Raucher quasi „mitrauchen“.

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2005 berechnete, dass jährlich mehr als 3.000 Menschen in Deutschland an den Folgen des Passivrauchens sterben (davon 70 Prozent Frauen).

Ein erster Schritt, um dieses „unfreiwillige“ Rauchen zu verhindern war z.B. in „meinem“ Bundesland Bayern der Volksentscheid 2010, der eine Erweiterung des generellen Rauchverbotes forderte und einen stärkeren Schutz der Nichtraucher (bzw. Passivraucher) nach sich zog.

Bis zu unserem Umzug –also auch während meiner Akutphase der Erkrankung- haben wir über einer Familie im Haus gewohnt, in der drei Erwachsene Kettenraucher lebten. Rücksichtnahme war nicht zu erwarten. Somit blieb uns nur die Möglichkeit über den Tag hinweg taktisch zu lüften, um sowohl uns selbst, als auch vor allem unser neugeborenes Kind vor den giftigen (aufsteigenden) Dämpfen zu bewahren.

Nichtraucher

Die erfreuliche Seite der Statistik besagt, dass in Deutschland insgesamt gut 75 Prozent der Bevölkerung über 18 Jahren Nichtraucher sind. 25 Prozent unter ihnen sind ehemalige Raucher. In der Gruppe der über 70-Jährigen finden sich nur noch wenige Raucher, da die Starkraucher bereits vor Erreichen dieses Alters gestorben waren.

Dennoch wird deutlich, dass es wohl nie zu spät ist, dieses ungesunde Laster zu beenden. Heute schäme ich mich wahnsinnig dafür, jemals meinen Körper mit diesem Gift belastet zu haben. Wenn heute jemand in meiner Nähe (oder der meines Kindes!) raucht, entfernen wir uns umgehend von dieser Person.

Alles in Allem gehen Forscher heute davon aus, dass 165.000 Krebsfälle in Deutschland jährlich vermeidbar wären. Allein durch Rauchverzicht, gesündere Ernährung oder mehr sportliche Aktivität

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