Anti-Hormon-Therapie/ Tamoxifen

Tamoxifen

Bei einer Hormontherapie wird nicht die Östrogenproduktion gestoppt, sondern die Wirkung des Östrogens auf die Tumorzellen wird blockiert. 

Antiöstrogene besetzen die Bindungsstellen hormonabhängiger Tumorzellen, an die sonst Östrogene andocken und einen Wachstumsreiz auslösen könnten. 

Ist der Rezeptor auf diese Weise blockiert, kann das Östrogen nicht mehr ankoppeln: es kann seine Wirkung nicht entfalten.

Bisher dauerte die adjuvante Antihormontherapie generell fünf Jahre. Studienergebnisse zeigen inzwischen auf, dass eine auf zehn Jahre verlängerte Tamoxifen-Therapie die Wahrscheinlichkeit für das Wiederauftreten des Brustkrebses in den meisten Fällen weiter verringern kann.

Meine Erfahrungen mit Tamoxifen

Man könnte sagen, dass sich um Tamoxifen bei betroffenen Frauen bereits einige “Mythen” ranken. 

Auch ich habe wahnsinnige Angst davor, mit der Einnahme zu beginnen. Es wird mich ab Beginn der Einnahme in eine Art Wechseljahre versetzen: genau das, was eine Frau sich mit 34 Jahren wünscht. 

Ich überlegte sehr lange, ob ich den Beipackzettel lesen soll. Normalerweise mache ich das nicht. Aber er liegt hier vor mir und ich habe das Gefühl, dass er mich anstarrt und flüstert: “Du willst doch wissen, was ich dir alles antuen kann.” In meiner bisherigen Krankheitsgeschichte wollte ich explizit nicht wissen, welche Nebenwirkung die Chemotherapie oder andere Mittel haben. Getreu dem Motto: wenn die Nebenwirkung auftritt, werde ich es schon merken. 

Beim Mysterium „Tamoxifen“ ist alles irgendwie anders. Zu vieles habe ich im Vorfeld bereits gehört. Kurzum: ich lese den Beipackzettel komplett durch. Ich kann nicht behaupten, dass ich es später bereuen werde. Als sinnvoll erachten werde ich es hingegen ebensowenig. 

„Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Osteoporose, Knochenschmerzen, Libidoverlust, trockene Schleimhäute, Übelkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, depressive Verstimmungen, vaginale Blutungen, Juckreiz an der Scheide, Thrombosen und psychische Beeinträchtigungen“. 

Diese beinahe nicht enden wollende Liste an Nebenwirkungen weckt nicht gerade Lust, Tamoxifen einzunehmen. 

Auch wenn man als Außenstehender sagen mag, dass jedes Medikament, welches ein Leben retten könnte, gut ist und eingenommen werden sollte, stellt sich mir als Betroffene dennoch eine weitere wichtige Frage: Was passiert mit meiner Lebensqualität? Wenn ich eines während meiner Krebserkrankung gelernt habe: mein Leben ist nur dann ein Leben und für mich lebenswert, wenn ich mich gut fühle und weitestgehend gesund bin. 

Wie viele Nebenwirkungen sind also für die tatsächliche Wirkung eines Medikaments zu rechtfertigen?

Zwei Jahre Tamoxifen – wie geht es mir damit?

Tamoxifen habe ich von Juni 2017 bis August 2019 genommen, bevor ich es aufgrund meiner geplanten Schwangerschaft unterbrochen habe. 

In dieser Zeit habe ich keinerlei Probleme oder Beschwerden gehabt. Zumindest keine, die mir nicht bereits im Vorfeld vertraut gewesen wären. Jene, die ich für den Erhalt meiner Gesundheit durchaus gut akzeptieren kann. Zum Beispiel ist meine Nasenschleimhaut im Winter sehr trocken. Als Folge schmerzt meine Nase oft und stark. Ab und an habe ich Schmerzen in den Knochen. Nachts bekomme ich hin und wieder Hitzewallungen. 

Ansonsten gehöre ich zu den glücklichen Frauen, die Tamoxifen ohne nennenswerte Einschränkungen sehr gut vertragen. Es gibt ohne Frage eine Vielzahl an Frauen, die wirklich Probleme mit dem Medikament haben. Aber an meinem Beispiel möchte ich verdeutlichen, dass es keineswegs zwingend so kommen muss!

 

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