Symptome & Risiko einer Brustkrebserkrankung

Risiken und Symptome einer Brustkrebserkrankung

Nicht alle Veränderungen der Brust bedeuten Krebs.

Brustkrebssymptome 

Bei jungen Frauen verändert sich das Brustgewebe in jedem Monatszyklus. Selbst Verhärtungen, die nicht von allein wieder verschwinden, können gutartig sind.

Brustkrebs verursacht lange keine Beschwerden. 

Es gibt Symptome, die vom Frauenarzt abgeklärt werden sollten:

  • neu aufgetretene Verhärtungen oder Knoten in der Brust
  • Schwellungen in der Achselhöhle, unterhalb des Schlüsselbeins oder neben dem Brustbein
  • bisher nicht aufgefallene Unterschiede in Form oder Größe der Brüste
  • Veränderungen der Brustwarze (Einziehen der Brustwarze, klare oder blutige Absonderungen)
  • Veränderungen der Haut (Hautrötungen, Entzündungen, Dellen, Grübchen oder vergrößerte Poren, Orangenhaut)

Allgemeines Erkrankungsrisiko

Bezogen auf eine Lebenserwartung von mindestens 80 Jahren, erkrankt etwa jede achte Frau an Brustkrebs. Das Risiko ist nicht in jedem Lebensabschnitt gleich hoch:

Damit rechnen, dass sie innerhalb der nächsten zehn Jahre an Brustkrebs erkranken wird muss:

  • Im Alter von 35 Jahren: eine von 110 Frauen
  • Im Alter von 45 Jahren: eine von 47 Frauen
  • Im Alter von 55 Jahren: eine von 31 Frauen
  • Im Alter von 65 Jahren ist das Risiko am höchsten: Eine von 27 Frauen
  • Danach sinkt das Risiko zumindest statistisch wieder leicht ab.

BRCA 1 & BRCA 2 Mutationen

4.900 aller Brustkrebs- und etwa 1.000 aller Eierstockkrebserkrankungen pro Jahr können auf Veränderungen im Erbgut zurückgeführt werden. 

Die Hochrisikogene BRCA1 und BRCA2 können -unabhängig vom Geschlecht- an die Kinder vererbt werden. Bei jedem Kind besteht eine 50 prozentige Wahrscheinlichkeit, dass ein Gen vererbt wird.

Erkrankungsrisiko bei BRCA 1 & BRCA 2 

Nicht jede Trägerin einer BRCA-Genveränderung erkrankt im Laufe ihres Lebens tatsächlich an Brust- oder Eierstockkrebs. 

Dennoch liegt das Erkrankungsalter oftmals unter dem vergleichbarer Frauen: im Durchschnitt mit etwa 44, anstatt mit 60 Jahren.

Das Erkrankungsrisiko bis zum 70. Lebensjahr ist deutlich erhöht (Mittelwerte): 

  BRCA 1 BRCA 2
Brustkrebs Circa 65–75 Prozent der Mutationsträgerinnen in Deutschland (Männer: ca. 2 Prozent) Circa 45–65 Prozent der Mutationsträgerinnen in Deutschland (Männer: ca. 7 Prozent)
Eierstockkrebs Circa 40–50 Prozent der Mutationsträgerinnen Circa 10–20 Prozent der Mutationsträgerinnen

Risikofamilien 

(Mindestens ein Kriterium muss erfüllt sein) 

  • Mindestens drei Frauen sind/waren an Brustkrebs erkrankt, unabhängig vom  Alter.
  • Mindestens zwei Frauen sind/waren an Brustkrebs erkrankt, davon eine  vor dem 51. Lebensjahr.
  • Mindestens eine Frau ist/war an Brustkrebs und eine Frau an Eierstockkrebs erkrankt.
  • Mindestens zwei Frauen sind/waren an Eierstockkrebs erkrankt.
  • Mindestens eine Frau ist/war an Brust- und Eierstockkrebs erkrankt.
  • Mindestens eine Frau ist/war mit 35 Jahren oder jünger an Brustkrebs erkrankt.
  • Mindestens eine Frau ist/war an beidseitigem Brustkrebs erkrankt, davon das erste Mal mit 50 Jahren oder jünger.
  • Ein Mann war/ist an Brustkrebs und eine Frau ist an Brust- oder  Eierstockkrebs erkrankt, unabhängig vom Alter.
  • Eine Frau, die an triple negativem Brustkrebs erkrankt war/ist
  • Eine Frau, die an Eierstockkrebs erkrankt war/ist

Die Eierstöcke nicht vergessen

Gesunde Frauen mit einer Mutation stehen lebenslang unter einem erhöhten Brust- und Eierstockkrebsrisiko.

Bereits erkrankte Mutationsträgerinnen haben ein deutlich höheres Risiko, dass die gesunde Brust und die Eierstöcke ebenfalls erkranken.

Studiendaten belegen, dass die vollständige Entfernung des Drüsengewebes und der Brustwarzen (Mastektomie) das Risiko für Brustkrebs auf etwa drei Prozent verringert. Ob durch eine vorbeugende Brustoperation die Sterblichkeit reduziert werden kann, ist nicht abschließend geklärt. 

Da Eierstockkrebs bei Frauen mit einer BRCA-Mutation in der Regel erst ab dem 40. Lebensjahr auftritt, wird die vorsorgliche Entfernung der Eierstöcke und Eileiter ab diesem Zeitpunkt empfohlen.

Die Rezidivrate bei Brustkrebs

Das Wiederauftreten der Krebserkrankung ist die größte (leider berechtigte) Angst nach erfolgreicher Therapie. Leider gibt es in Bezug auf Brustkrebs wenig Entwarnung vor dieser Sorge. 

2017 wurde eine Studie veröffentlicht, nach der insbesondere hormonpositive Brustkrebspatientinnen einem hohen Risiko für Spät-Metastasen ausgesetzt sind. Bei anderen Krebsarten gelten die Betroffenen in der Regel nach fünf Jahren rezidivfreiem Überleben als medizinisch geheilt. 

Der Brustkrebs hat die grausame Fähigkeit, sogar noch 20 Jahre nach dem ersten Auftreten in Form von Metastasen zurückkehren zu können. Dies liegt an den sogenannten Schläferzellen. Sie verstecken sich im Körper, indem sie während aller Therapien einen tiefen Winterschlaf halten. Zu einem unbestimmten Zeitpunkt können diese Zellen unbeobachtet aufwachen, um ihr Unheil im Körper zu treiben.  

Eine wirkliche medizinische Entwarnung gibt es für Brustkrebspatientinnen also faktisch nie. 

Dennoch -und das finde sehr wichtig zu erwähnen- sinkt das Rückfallrisiko nach einer gewissen Zeit des rezidivfreien Überlebens auch bei Brustkrebs: 

  • In den ersten beiden Jahren nach der Diagnose ist das Wiederauftreten am wahrscheinlichsten und liegt bei 15 Prozent. 
  • Die Zwei-Jahres-Hürde ist daher das erste Etappenziel auf dem Weg zur Heilung. Sind zwei Jahre ohne ein Wiedersehen mit der Erkrankung vergangen, kann man sich wohl ein erstes Glas Sekt –im übertragenen Sinn, oder zur Feier des Tages im wörtlichen Sinn – gönnen.
  • Im Jahr drei bis fünf liegt das Risiko im Schnitt noch bei etwa 10 Prozent (Hormonpositive Tumore: 9,9 Prozent. Hormonnegative Tumore: 11,5 Prozent). Was durch die Verringerung von 15 auf 10 Prozent bereits eine deutliche Senkung von immerhin 33,3 Prozent darstellt! 
  • Das zweite wichtige Etappenziel setzt nach dem fünften krankheitsfreien Jahr ein. Wie bereits erwähnt, gilt es nach einer Brustkrebserkrankung niemals wieder tatenlos die Beine hochzulegen und die Erkrankung als komplett geheilt zu betrachten. Dennoch sind auch hier die ersten fünf Jahre die risikoreichsten. 
  • Im Anschluss sinkt auch bei Brustkrebspatientinnen die Wahrscheinlichkeit auf einen Rückfall weiterhin auf im Schnitt 4,5 Prozent (Hormonpositive Tumore haben inzwischen ein höheres Rückfallrisiko von 5,4 Prozent, als in den ersten fünf Jahren gegenüber den hormonnegativen Tumore von 3,3 Prozent).
  • Nach zehn bis fünfzehn Jahren liegt das Rezidivrisiko im Schnitt bei 2,1 Prozent (Hormonpositive Tumore: 2,9 Prozent. Hormonnegative Tumore: 1,3 Prozent)
  • Nach fünfzehn bis zwanzig Jahren liegt das verbleibende Risiko im Schnitt bei zwei Prozent (Hormonpositive Tumore: 2,8 Prozent. Hormonnegative Tumore: 1,2 Prozent). 
  • Ihren Tiefpunkt erreicht die Möglichkeit auf ein Wiederauftreten nach 20 Jahren krankheitsfreiem Überleben. Nach diesem Zeitraum bleibt die Wahrscheinlichkeit nahezu gleich hoch, unabhängig vom Hormonstatus (Hormonpositive Tumore: 1,3 Prozent. Hormonnegative Tumore: 1,4 Prozent).

Auch wenn eine Brustkrebserkrankung –insbesondere jene mit positivem Hormonstatus- somit ein Leben lang das Risiko auf ein Wiederauftreten birgt, sollte man dennoch die Etappenziele nicht unterbewerten. 

In der Prognose spielen andere Faktoren eine ebenso wichtige Rolle

So gelten auch andere Parameter, wie beispielsweise das Alter (jüngere Frauen haben eine schlechtere Prognose) oder der HER2- Status (positive Tumore wachsen aggressiver) als Indiz für ein Rückfallrisiko.

Die CONCORD-2 Studie verglich die Daten von über 25 Millionen Krebspatienten. Zwei interessante Schlussfolgerungen ergaben sich hieraus für den Bereich Brustkrebs: Australien, Brasilien, Kanada, Zypern, Israel, Japan und die USA haben die besten Brustkrebs-Überlebensraten (85 Prozent und mehr). Innerhalb Europas haben Frankreich und Finnland die besten Raten, den Brustkrebs zu überleben (87 Prozent). In Deutschland überleben 85 Prozent aller Frauen ihre Brustkrebserkrankung mehr als 5 Jahre.

Das traurige Fazit: Niemand kann vorhersagen, ob und wann der Krebs zurückkommt.

Mein persönlicher Denkansatz sieht daher wie folgt aus: jeder Mensch auf dieser Erde wird sterben. Das wird mit dem Tag seiner Geburt ein unausweichlicher Fakt. Die Frage ist lediglich für jeden Einzelnen: Wann? Wieviel Zeit wird ein Mensch in seinem Leben gehabt haben, bevor er geht? Das einzige Ziel eines jeden Menschen –krebskrank oder nicht- kann daher nur sein, seine Zeit zwischen Geburt und Tod möglichst qualitativ(!) zu verlängern. Wenn ich somit als Brustkrebspatientin zwei, fünf oder gar fünfzehn Jahre ohne Wiederauftreten der Erkrankung erreicht habe, darf das gefeiert werden. Denn in jedem Fall sind diese erreichten Jahre geschenkte Lebenszeit!

Prominente Brustkrebspatientinnen

Nach der Diagnose Brustkrebs ist nichts mehr, wie es war. Bei mir gab es mehr als einen Tag, an dem ich das Gefühl hatte ich sei die einzige Mitt-Dreißigjährige auf dieser Welt, die diese grausame Zeit durchmachen muss. Um mich herum ging das Leben einfach weiter. Jeder meiner Freunde und Bekannten lebte das Leben, das er bereits gestern gelebt hatte. Nur mein Leben verwandelte sich in einen Albtraum im Wachzustand –von heute auf morgen. Ich haderte mit meinem Schicksal und hatte insbesondere das Gefühl, dass es keine jungen Frauen gibt, die ertragen und durchmachen müssen was ich ertragen muss. Überall, wo ich hinkam war ich mit Abstand die Jüngste.

Doch dieser Schein trügt. 

Nichts und niemand ist vor dieser erschütternden Diagnose sicher. Egal, wie allein man sich mit seinem Schicksal fühlen mag: es gibt eine Vielzahl an Mit-Kämpferinnen da „draußen“.

Das ist nicht zwingend die Nachbarin oder die Schwester einer Freundin. Denn auch wenn man reich und/oder berühmt ist, macht der Krebs vor der Haustür keinen Halt. Es gibt daher eine Vielzahl an prominenten Damen, die das gleiche Schicksal teil(t)en, wie wir:

  • Anastacia: Die US-Sängerin erhielt 2003, mit 34 Jahren ihre erste Brustkrebsdiagnose. 2013 erlitt sie ein Rezidiv, woraufhin sie sich einer beidseitigen Mastektomie unterzog. Heute ist sie gesund!
  • Christina Applegate: Die US-Schauspielerin erhielt ihre Diagnose 2008 -mit 36 Jahren. Da sie BRCA-Genträgerin ist, entschied sie sich ebenfalls für eine beidseitige Mastektomie. Heute ist sie gesund!
  • Cyntia Nixon: Bei „Miranda“ aus der US-Serie „Sex and the City“ wurde 2006 -mit 40 Jahren- Brustkrebs diagnostiziert. 2018 hat sie sich um das Amt als Gouverneurin von New York bemüht!
  • Shannen Doherty: Der US-Schauspielerin wurde 2015 -mit 43 Jahren- Brustkrebs mit Metastasenbildung diagnostiziert. Sie hat einen proaktiven, öffentlichen Kampf gegen ihren Krebs geführt und ist heute in guter gesundheitlicher Verfassung!
  • Kylie Minogue: Die australische Sängerin erkrankte 2005 mit 37 Jahren an Brustkrebs. Durch ihren öffentlichen Umgang mit der Krankheit, stieg die Anzahl der Vorsorgeuntersuchungen in Australien um 40 Prozent an. Heute ist sie gesund!

Dies stellt nur einen kurzen Auszug über berühmte und starke Kämpferinnen dar.

Auch hierzulande haben Frauen aus der Öffentlichkeit mit der Erkrankung kämpfen müssen:

  • Die Sängerin Patricia Kelly bekam 2010 -im Alter von 40 Jahren- eine aggressive Krebsvorstufe diagnostiziert- sie ist Genträgerin. Heute ist sie gesund!
  • Ein sehr trauriger Fall hingegen ist die Moderatorin Miriam Pielhau. Nach ihrer Brustkrebsdiagnose 2008 (mit 33 Jahren), bekam sie im Mai 2012 sogar noch ein Kind. Nach der Rückkehr des Krebses im Jahr 2014 –dieses Mal mit Metastasen- verlor sie 2017 ihren Kampf.
  • Mit einer öffentlichen Person kann ich persönlich mich am besten identifizieren: Sylvie Meis war 2009 gerad 31 Jahre alt. Ihr Sohn war drei, als sie die Diagnose Brustkrebs bekam. Ihre Geschichte fühlt sich meiner eigenen am nächsten an, da auch ihr Tumor hormonpositiv war. Sie nimmt seit beinahe 10 Jahren Tamoxifen. Sie gibt in Interviews immer wieder an, dass sie sich noch ein weiteres Kind wünschen würde.   

Eine, die zwar durch sehr starke Medienpräsenz bezüglich der BRCA-Gene aufgefallen ist, hatte selbst hingegen keinen Brustkrebs: Angelina Jolie. Ihre Großmutter, ihre Mutter und auch ihre Tante verlor sie an den Krebs. Nachdem auch sie als Trägerin der BRCA-1 Mutation diagnostiziert wurde, gab sie 2013 bekannt, dass sie sich einer (prophylaktischen) beidseitigen Mastektomie unterzogen hatte. Einige Jahre nach diesem Schritt lies sie sich darüber hinaus ihre Eierstöcke entfernen, um einer Krebserkrankung größtmöglich vorzubeugen.

Ich selbst bin und war nie ein großer Fan von Angelina Jolie. Im Nachhinein habe ich mir manchmal gewünscht, ich hätte mich mehr für sie und ihr Leben interessiert. Vielleicht hätte ich mich in diesem Fall früher mit den „Brustkrebsgenen“ BRCA-1 und -2 auseinandergesetzt.

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